Tagebuch Sina Maurer

  • Dienstag, 20 Februar 2018 13:25

Sina Maurer beschreibt ihre Woche bei Anita Uhlmann in Seedorf

Montag, 5. Februar 2018

Meine Woche begann am Montagmorgen um 06:45 Uhr mit dem Morgenessen. Ich fahre immer schon am Sonntagabend zu meiner Familie, weil ich einen weiten Weg von Schattenhalb nach Seedorf habe, fast drei Stunden mit dem ÖV.

Nach dem Frühstück ging meine Ausbildnerin Anita die Pferde füttern und ich machte mit Nina die Küche und den „Cheer“ durchs Haus. Nina hatte diese Woche Montag und Dienstag frei. Anschliessend sortierte ich Schmutzwäsche, die wir am Vormittag waschen wollten. Während dem die erste Maschine Wäsche lief, liessen Anita, Nina und ich die Pferde auf die Weide, damit wir gemeinsam den Stall machen konnten. Das geht viel besser und ganz schnell, wenn die Pferde nicht immer im Weg stehen. Weil auch heute wieder Arbeiter mit dem Anbau der 1,5-Zimmerwohnung in unserem Bauernhaus beschäftigt waren, habe ich für alle noch ein Blech Birnenmuffins gebacken. Es war sehr bequem, ein Glas Birnen aus dem Keller zu holen, welches wir bereits letzten Herbst sterilisiert hatten.

Bevor Anita und ich das Zmittag machten, konnte ich noch ein bisschen an meiner Lerndokumentation weiterarbeiten, weil wir heute etwas Schnelles und Einfaches geplant hatten: Es gab Bratwurst und Rösti, dazu Rüebli- und Chabissalat.

Nach dem Essen räumten wir alle gemeinsam die Küche auf und dann hatte ich 1,5 Stunden Pause. Am Nachmittag arbeiteten wir unseren Putzkalender ab, wo jeden Tag etwas drauf steht, was man mal machen sollte. Wir haben den Kühlschrank tiptop gereinigt und das Gefrierfach abgetaut. Dann haben wir alle Lebensmittel wieder am richtigen Ort eingeräumt.

Nach dem Kühlschrank beschäftigten wir uns noch mit der Wäsche, welche zum Teil bereits gewaschen und trocken war. Als sich der Arbeitstag langsam dem Ende zuneigte, machte ich mit Anita das Abendessen. Es gab Spaghetti mit drei verschiedenen Saucen (Bolognaise, Pesto und Alio-Olio), dazu Eisbergsalat. Dann kam auch schon Lynn, die jüngste Tochter, welche in der achten Klasse ist, von der Schule heim. Gemeinsam mit der ganzen Familie haben wir das Znacht gegessen. Nach dem Küche machen hatten wir alle Feierabend.

 

Dienstag, 6. Februar 2018

Wie am Montag begann mein Tag um 06:45 Uhr mit dem Morgenessen.

Am Dienstag holen sie in Seedorf immer die Kehrrichtsäcke ab und deshalb sammelten wir während dem täglichen „Cheer“ noch im ganzen Haus alle Chübeli mit dem „Gischter“ (Abfall) zusammen.

Danach machten Anita und ich wie jede Woche einen Menuplan für die nächsten sieben Tage. Diesmal habe ich ihn fast alleine gemacht und Anita hat ihn nur noch angeschaut und wo nötig korrigiert und ergänzt. Wir machten dazu gerade noch eine Einkaufsliste und gingen nachher nach Aarberg einkaufen für die ganze Woche. Als wir wieder Zuhause waren, haben wir alle Einkäufe versorgt und ich machte noch ein paar Brownies nach einem besonderen Rezept, welches ich am Sonntag von Zuhause mitgenommen hatte.

Auch Anita arbeitete in der Küche und als ich mit den Brownies fertig war, haben wir gemeinsam das Mittagessen fertiggemacht. Um 12:15 Uhr assen wir feine Chicken-Nuggets mit Chips-Kruste, Pommes Frites und Bohnenwedeli. Auch die Bohnen haben wir letzten Herbst in Gläsern sterilisiert und konnten sie deshalb nur noch aus dem Keller holen, in Speck einwickeln und in die Bratpfanne tun. Nach dem Aufräumen der Küche machten wir alle Mittagspause. Weil Nina auch heute noch frei hatte und meine Ausbildnerin nach Höchstetten zu einem Betriebsbesuch fuhr, genossen Nina und ich das schöne Wetter und gingen mit ihren Pferden Silva und Faline reiten. Das hat mir Freude gemacht. Etwa um halb vier kamen wir zurück und ich habe gleich den Hefeteig für die Dampfnudeln vorbereitet und dann noch eine Vanillesauce gemacht. Während die Dampfnudeln dann im Backofen waren, habe ich den Tisch gedeckt und dann bis zum Nachtessen noch den Blog von gestern geschrieben und - so weit ich konnte - den von heute. Nachdem wir gemeinsam das Znacht gegessen und die Küche gemacht haben, war auch der Dienstag schon zu Ende.

 

Mittwoch, 7. Februar 2018

Am Mittwoch hatten wir Schule, das heisst, ich musste um halb sieben auf das Postauto, um nach Langenthal auf den Waldhof zu reisen. In der Schule ist es eigentlich immer sehr lustig und spannend, so auch dieses Mal. Zum Zmittag gab es einen lauwarmen Gemüseteller mit Brot und zum Dessert gab es verschiedene Kuchen. Wenn ich am Mittwochabend jeweils zurück auf meinen Betrieb fahre, treffe ich im Postauto das aus Bern kommt, meistens Nina an und wir fahren gemeinsam heim. Sie arbeitet in Bern. Am Mittwochabend muss ich jeweils nichts mehr machen, ich kann einfach gemeinsam mit den anderen Znacht essen. Heute gab es zuerst eine Gemüsesuppe und dann Omeletten mit Kräuterquark und Salat. Lynn und ich streichen aber immer Nutella drauf und Seraina mag am Liebsten Zimtzucker. So war es für alle fein.

 

Donnerstag, 8. Februar 2018

Der Donnerstag begann wie jeder andere Tag auch wieder um 06:45 Uhr. Nach dem gemeinsamen Frühstück und dem anschliessenden Küche aufräumen habe ich den Teig für eine Züpfe geknetet. Anita musste heute Vormittag einen weiteren Betriebsbesuch machen. Sie arbeitet im VBL in der Fachkommission für das „Bildungsjahr Hauswirtschaft“ mit, deshalb war das diese Woche so. Seraina, die heute auch frei hatte, ihre Freundin Stefi und ich, gingen dann noch in den Stall. Seraina und Stefi sind dann mit den Pferden ausreiten gegangen. Ich habe dann die Züpfe geflochten, noch einmal aufgehen lassen und in den vorgeheizten Backofen geschoben. Während dem die Züpfe im Ofen war, habe ich noch einen Ananaskuchen vorbereitet, den ich dann nach der Züpfe backte. Nach dem Ananaskuchen kam die Lasagne in den Ofen, die Anita bereits gestern vorbereitet hat. Während dieser Zeit wusch ich den Nüsslisalat, den wir zur Lasagne geplant haben.

Pünktlich um 12:15 Uhr assen wir alle zusammen Zmittag.

Bis um viertel vor zwei hatte ich dann Mittagspause. Weil es am Nachmittag so schön war, gingen Anita und ich in unseren Beerengarten und haben die Herbsthimbeeren geschnitten. Es war sehr angenehm draussen, richtig frühlingshaft. Auch unser Hund Aaron war bei uns und hat den halben Nachmittag vor der „Scheiterbigi“ gestanden und die Katze der Nachbarin angestarrt. Mit den Beeristauden waren wir recht schnell „z‘Bode“, so dass wir nachher noch Zeit hatten, uns eine gute Stunde mit dem Flickwäsche- und Bügelkorb zu beschäftigen. Lynns Sporthose sieht jetzt wieder fast aus wie neu! Auch zwei Hemden von Martin habe ich noch gebügelt und zwei Küchenschürzen. Die Arbeit mit der Wäsche und das Bügeln ist eine meiner Lieblingsarbeiten, obwohl ich das am Anfang vom Bildungsjahr nicht gedacht hätte. Aber ich mache eigentlich alles gerne, auch das Kochen und Backen und sogar das Putzen.

Zum Znacht hat mir Anita gezeigt, wie man Hackbällchen mit Kräuter-Joghurt-Sauce macht. Dazu gab es Reis und Endiviensalat. Nach dem Znacht machten wir noch ein lustiges Jässli und anschliessend ging ich in mein Zimmer und schrieb noch am Blog.

 

Freitag, 9. Februar 2018

Am Freitag frühstückten wir erst um halb acht, da Lynn spät Schule hatte. Nach dem Zmorgen machten wir wie jeden Freitag einen gründlichen Hausputz. Besonders die Bäder, Duschen und WC’s waren heute dran.
Als wir das erledigt hatten, putzten Anita und ich wieder einmal gründlich den Backofen, den wir in letzter Zeit sehr viel gebraucht haben, mit allen Blechen und auch den Dampfabzug. Anita fand, dass der es bitternötig hatte. Sie hatte recht
J! Zum Zmittag gab es Schweinsgeschnetzeltes, Polenta und Salat. Zum Dessert machte ich noch schnell eine Süssmost-Crème, die wir im Metallbecken in kaltes Wasser stellten. So mussten wir nach dem Essen nur noch Nidle schlagen und konnten die feine Crème schon geniessen, ohne sie noch lange erkalten lassen zu müssen. Weil ich unter der Woche jeweils recht früh am Morgen anfange, habe ich bis am Freitagmittag genug Stunden gearbeitet. Ich finde es cool, dass ich darum jeweils bereits am Freitag nach dem Mittagessen und Küche machen nach Hause gehen darf. Weil ich einen weiten Heimweg habe, habe ich so trotzdem noch viel vom Wochenende und von meiner Familie in Schattenhalb.

Weil ich aber auch gerne bei Uhlmann’s bin, freue mich immer wieder, am Sonntag auf den Betrieb zu fahren. Ich freue mich auch auf die letzten paar Monate und bin sehr gespannt, was ich noch alles lerne.

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  • Letzte Änderung am Dienstag, 20 Februar 2018 13:38

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